"Sammelband aus Annenhof" - Herkunft | 1650 - 1750 | Forum

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"Sammelband aus Annenhof" - Herkunft
5. Mai 2015
17:25
thomas
Mitglied
Forumsbeiträge: 33
Mitglied seit:
27. Februar 2014
Offline

Durch den letzten Beitrag von Orange angeregt, habe ich mich nochmal auf die Suche nach der Herkunft des Sammelbandes aus Annenhof gemacht. Und bin diesmal mit Hilfe der Angabe "aus dem Nachlass Stenbock-Fernow" fündig geworden.

Die Reise geht also tatsächlich nach Lettland, ins Livland der Jahre 1759 bis 1775. Genauer: in das Landgut Annenhof (ca. 90 km östlich von Riga, heute Annas), zugehörig zum Kirchspiel Nitau (Nitaure), einer damals sehr verwaisten Gegend.

Die handelnden Personen sind:

1) Wilhelm Fermor (1702-1771):
Engländer als Offizier in russischen Diensten, Oberbefehlshaber des Russischen Heeres im 7-jährigen Krieg gegen Preußen
1758 gab es die Schlacht bei Zorndorf, beide Seiten (Preußen-Friedrich II und Russland – Elisabeth I) reklamierten den Sieg für sich, aber wie auch immer, zwei Dinge sind in diesem Zusammenhang bemerkenswert – die Mark Brandenburg wurde nicht russisch und Wilhelm Fermor wurde von Elisabeth I zum Grafen gemacht und erhielt als kleines Dankeschön 1759 das Gut Nitau, zu welchem auch Annenhof (etwa 20 km entfernt) gehörte.

2) Gräfin Sarah Eleonore Fermor (1740 -?):
dessen Tochter, die 1771 Annenhof erbte und 1775 an ihren Bruder (der auch Wilhelm Fermor hieß) verkaufte. Sie heiratete 1764 Jakob Pontus Stenbock.

3) Graf Jakob Pontus Stenbock (1744 -1824)
Zögling der zum schwedischen Hochadel gehörigen Familie Stenbock, der 2) heiratete. Beide gründeten damit die Familie Stenbock-Fermor in deren Erbfolge der Sammelband aus Annenhof weitergegeben wurde.

Aus all dem, kann man wohl schlussfolgern, dass das Notenbuch vor 1775 entstanden ist und zwischen 1759 und 1775 irgendwie in den Besitz der Famile Fermor bzw. Stenbock-Fermor gelangte (durch Aufschreiben, oder durch Liegenlassen, oder als Spielbuch für Bälle oder Unterricht oder Hausmusik, keine Ahnung).

viele Grüße
Thomas

30. September 2017
16:27
thomas
Mitglied
Forumsbeiträge: 33
Mitglied seit:
27. Februar 2014
Offline

Nachtrag zu #2 im thread "["Sammelband aus Annenhof" ? (Quelle zu Slängpolska "efter Juringius")]":
Die zweite der genannten Veröffentlichungen von Nikolaus Busch, nämlich

- Nicolaus BUSCH, Zur Geschichte des Rigaer Musiklebens im 17. Jahrhundert, in:
Sitzungsberichte der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde der Ostseeprovinzen
Russlands aus dem Jahr 1910, Riga 1911, S. 25–32

ist jetzt hier online verfügbar.
Näheres zum "Sammelband aus Annenhof" erfahren wir hier nicht. Aber einiges zu den
Umständen des Stadtmusikerdaseins im Riga der zweiten Hälfte des 17. Jh..
Schade, auch interessant, aber eben was anderes.

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